Wie Sie es schaffen, ihr Team (nicht) zu zerstören


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Hallo, mit ein wenig Ironie stelle ich Ihnen heute Wege vor, wie Sie es schaffen ein Team (nicht) zu zerstören!
Sie haben Personalveranwortung oder sind Geschäftsführer? Dann können Sie hier heute lesen, was Sie tun müssen um ihr Team (nicht) zu zerstören!

  1. Mitarbeiterbewertungen
    Führen Sie Mitarbeiterbewertungen ein, bei denen die Teammitglieder in ihrer Leistung bewertet und untereinander verglichen werden.
  2. Mitarbeiter bezogene finanzielle Prämien
    Nachdem Sie erfolgreich Controllingtools und Mitarbeiterbewertungen eingeführt haben, sollten Sie als nächstes den besten Mitarbeiter auszeichnen und eine finanzielle Belohnung ausloben. Das wird die anderen Mitarbeiter sicher motivieren sich nun ebenfalls anzustrengen.
  3. Beförderungen
    Födern Sie einzelne Mitarbeiter, möglichst ohne dabei offen zu kommunizieren warum Sie diese Personalentscheidung getroffen haben. Das ganze können Sie verstärken, indem Sie einen Mitarbeiter aus einem Team heraus zum Teamleiter dieses Teams machen – natürlich ohne erklärende Worte.
  4. Ignorieren Sie die Ideen ihrer Mitarbeiter
    Ihre Mitarbeiter machen gute Vorschläge um Prozesse zu optimieren? Ignorieren Sie konsequent die Ideen ihrer Mitarbeiter, so schaffen Sie eine große Motivation für ihre Angestellten.
  5. Kontrolle
    Es ist wichtig, dass Sie ihre Mitarbeiter kontrollieren und ihnen möglichst wenig zutrauen.
  6. Krankmeldungen
    Meldet sich jemand krank, reagieren Sie entsprechend genervt und fordern eine genaue Zeitangabe über die Dauer der Krankheit.

Natürlich ist das nicht ganz so ernst gemeint gewesen 😉 Aber manchmal lernt man durch innere Bilder und einprägsame Ideen mehr.

Aber nun die entsprechenden Tipps für ein gesundes Teamklima:

  1. Mitarbeiterbewertungen
    Wenn Sie überhaupt Mitarbeiterbewertungen einführen wollen, überlegen Sie sich vorher gut, welches Ziel Sie damit erreichen wollen? Bewertungen in Notenform können Mitarbeiter demotivieren, sie fühlen sich außerdem schnell ungerecht behandelt und herabgesetzt, wenn ihre Eigenwahrnehmung nicht mit der Bewertung übereinstimmt.
    Ich empfehle eher Mitarbeitergespräche zur gezielten Personalentwicklung. In diesen Gesprächen können Sie herausfinden, ob es Probleme und Schwierigkeiten im Team gibt und wo sich der Mitarbeiter selbst innerhalb des Teams sieht. Gleichzeitig können Sie Maßnahmen zur Entwicklung des Mitarbeiters gemeinsam planen. Aber vorsicht vor falschem Ehrgeiz: Ist ein Mitarbeiter zufrieden mit seiner Position, muss sich nicht unbedingt eine Maßnahme aus einem Mitabeitergespräch entwickeln.
  2. Finanzielle Prämien
    Wenn Sie ihre Mitarbeiter finanziell belohnen wollen (was ich persönlich nicht sinnvoll finde… Warum nicht? Dazu gibt es ein Experiment, zwei Gruppen von Menschen sollten jeweils ein schwieriges Puzzle zusammenbauen. Um einen Anreiz zu schaffen, bekam die eine Gruppe Geld für diese Arbeit. Die andere bekam nichts.
    Während die Gruppe mit dem finanziellen Anreiz in der Pause nicht weiter am Puzzle arbeitete, machte die andere auch in der Pause weiter.
    Also eine Gruppe ohne finanzielle Anreizsysteme war am Ende produktiver.), dann sollten Sie offen kommunizieren, wie und was finanziell belohnt wird. Wenn Sie finanzielle Prämien nutzen wollen, dann lieber Teamprämien statt Kopfprämien.
  3. Beförderungen
    Wenn Sie einen Mitarbeiter aus einem bestehenden Team befördern wollen, können Sie das natürlich machen. Jedoch sollten Sie sich dann Gedanken darüber machen, wer in diesem Team noch mit dem Posten gerechnet oder darauf gehofft hat. Mit diesem Mitarbeiter sollten Sie das Gespräch suchen und auch mit ihm besprechen ob und welche Perspektiven es für ihn gibt und warum er dieses Mal die Stelle nicht bekommen hat.
    Sie müssen sich nicht rechtfertigen, aber offen kommunizierte Personalentscheidungen tragen zu einer positiven Arbeitsatmosphäre in einem Team bei.
  4. Ideen ihrer Mitarbeiter
    Wollen sich engagierte Mitarbeiter mit ihren eigenen Ideen einbringen, sollten Sie das grundsätzlich begrüßen. Vielleicht sind wirklich einige gute Ideen dabei, auf die Sie selbst gar nicht gekommen wären. Ein Unternehmen ist immer nur so gut, wie seine Mitarbeiter und wenn diese sich konstruktiv einbringen wollen, umso besser. Gegebenenfalls sollten Sie darüber nachdenken (besonders je nach Größe des Unternehmens) feste Regeln für ein Vorschlagsmanagement einzuführen, damit die Mitarbeiter Feedback bekommen und nicht das Gefühl haben, ihre Mühe war umsonst.
  5. Kontrolle
    Inzwischen gibt es immer mehr Unternehmen, die ihren Mitarbeiter sogar freistellen wo und wie viel sie arbeiten. Das müssen Sie natürlich nicht genau so machen, aber denken Sie mal darüber nach wie es sich für Sie anfühlt ständig kontrolliert zu werden? Haben Sie dann nicht auch das Gefühl, dass man Ihnen nichts zutraut und ihnen nicht vertraut? Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter zu haben ist wichtig und schafft langfristig eine gute Beziehung untereinander.
  6. Krankmeldungen
    Wenn ein Mitarbeiter sich krank meldet, akzeptieren Sie das erst Mal. Kommt  es häufiger zu Fehlzeiten die dann auch nur wenige Tage dauern, sollten Sie das Gespräch mit dem Mitarbeiter suchen. Bevor Sie voreilig Schlüsse ziehen, erst Mal drüber reden, vielleicht hat ihr Mitarbeiter ganz andere Probleme als Sie denken.

Ich hoffe meine Ideen haben Ihnen ein bißchen weitergeholfen, welche Do´s & dont´s Sie im Umgang mit ihrem Team beachten sollen.

Sollten dennoch Konflikte auftauchen, können Sie diese mit Unterstützung von Konfliktberatung, Konfliktmoderation und Mediation lösen.
Außerdem finden Sie hier mehr zum Thema Teamentwicklung.

Ihre,

Christina Heßling
Expertin für Konfliktlösung in Pflegeeinrichtungen

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